Kaffee an Bord

Nespressomaschine

 

Traditionell bin ich Kaffeetrinker. Deswegen: Kaffee an Bord muss sein! Nun war mein ursprünglicher Gedanke das Thema mit den bekannten Bord-Kaffee-Zubereitern zu lösen. Heißes Wasser – auf Filter – auf Thermoskanne. Ergänzend dazu: die bewährte Espressomaschine aus Aluminium.

Espressokocher

Durch Zufall hatte ich jedoch gelesen, dass auf der Thrill – ein Schwesterschiff meiner Auszeit – eine Nespressomaschine an Bord ist. Mein erster Gedanke: Wie soll das denn gehen? Das ist ja eine wahre Stromschleuder und Energie an Bord ist immer knapp. Wo soll das Ding gestaut werden. Bei Seegang fliegt sie mir bzw. meinen Chartergästen um die Ohren.

Ja, querdenken und über den eigenen Tellerrand sehen lohnt sich bisweilen. Und natürlich der Glaube, dass sich schon alles zum Rechten entwickeln wird. So hat die Auszeit jetzt eine Nespressomaschine. 

Und das ist an Bord eines Charterschiffes genial. Zumindest auf der Ostsee, auf der man üblicherweise spätestens alle zwei Tage in einem Hafen mit hervorragender Strom Infrastruktur festmacht.

Die passenden Kapseln gibt es heute in jedem Supermarkt zu kaufen. Sie hinterlassen an Bord wenig Schmutz und sind leicht im Handling. Der Kaffee ist schnell fertig und das Hantieren mit Feuerzeug und Gaskocher spart man auch noch dabei. Unter den gegebenen Umständen für mich perfekt. Aus ökologischer Sicht sicher diskutierbar, aber im Gesamtkontext trotzdem vertretbar.

Bleibt noch die Frage zu klären, wohin mit dem Teil, wenn man den Hafen verlässt? Meine Erste Idee war die Maschine am Schott mittels einer im Handel erhältlichen  Halterung zu befestigen. Das hat aber Nachteile. Halterungen aus Metall rosten, jene aus Plastik brechen. Schrauben in das Schott zu drehen missfällt mir ebenfalls, da ich das Schiff gerne möglichst ohne vermeidbare Löcher in den Schottwänden über die Zeit der Vercharterung bringen möchte.  

Also Verstauen im Schapp. Eine veritable Lösung, aber noch nicht clever genug. Die Auszeit besitzt am Salontisch ein ausziehbares Fach für Getränke. Ziemlich nützlich. Einer meiner Chartergäste (an dieser Stelle herzlichen Dank für die Idee!) hat genau dieses Fach zur Aufbewahrung der Nespressomaschine zweckentfremdet. Genial einfach, einfach genial.

Jetzt hoffe ich, dass alle meine Chartergäste vor jedem Ablegen daran denken, die Maschine in eben dieses Fach zu verstauen. Das geht schnell und sie steht dort sicher. Meine Hauptsorge war und bleibt nämlich, dass ein Chartergast das vorherige Stauen vergisst und die Maschine bei der ersten Bö wie eine Kanonenkugel durchs Schiff schießt. Dass dabei die Maschine zu Bruch geht, wäre das deutlich kleinere Übel. Ich mag mir nicht vorstellen was eine Nespressokanonenkugel in meinem Schiff alles anzurichten vermag.

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